Mit Karrierechancen, Abenteuern, dem Traum vom Fliegen und einem sicheren Arbeitsplatz wirbt die Bundeswehr auf Schulhöfen. So auch in den letzten Tagen an der Kaufmännischen Schule in Waiblingen. Mitten auf dem Schulhof, vor den Eingängen stand ein großer Bus mit Infoständen und Infomaterial. Männer in schicker Uniform erzählten von einer spannenden Ausbildung oder einem kostenfreien Studium bei der Bundeswehr. Auslandseinsätze, Schüsse, 7-Tage-Wochen, Angst und Tote, davon war nicht die Rede.

„Mutige“ Frauen beschreiben in Broschüren, warum ihr Traumberuf Pilotin bei der Bundeswehr ist: „Ich liebe das Fliegen und kann dabei anderen Menschen etwas Gutes tun.“ Ihren Hubschrauber nennt sie liebevoll „Huey“. „Nach einem Einsatz streichle ich ihn immer“.
Wir halten diese Aussagen für beschönigend und realitätsfremd und wollen nicht, dass derart offensiv vor oder in unseren Schulen geworben wird.

Timo Rapp, Sprecher der Grünen Jugend Rems-Murr sagt dazu: „Die Aufgabe der Schulen ist eine neutrale und differenzierte Aufklärung, die beide Seiten einer Medaille belichtet. Ein einseitiges Informationsangebot wirkt hier höchst manipulativ.“
Es wird nicht auf die hohe Gefahr hingewiesen, die Auslandseinsätze wie in Afghanistan mit sich bringen. Viele SoldatInnen riskieren dort ihr Leben oder leiden später unter den Folgeschäden derartiger Einsätze in Kriegsgebieten.
Lisa Fiegel, Sprecherin der Grünen Jugend Rems-Murr ergänzt: „Selbstverständlich soll die Schule bei der Berufswahl unterstützen. Allerdings sollten hier für die Bundeswehr die gleichen Rechte gelten wie für andere Arbeitgeber auch. Diese haben zum Beispiel auf Messen die Möglichkeit über ihre Angebote zu informieren.“

Junge Menschen müssen sich darüber bewusst sein, dass Sie sich für Jahre verpflichten und Gefahren in Kauf nehmen. Wir als Grüne Jugend Rems-Murr finden es wichtig, dass Schulen ihre SchülerInnen neutral zu informieren und sie vor Militarismus schützen.