Die Grüne Jugend Rems-Murr zeigt sich erfreut über die Entscheidung der Gemeinde Leutenbach, das Stromnetz der Kommune mehrheitlich kaufen zu wollen.
Die Jugendorganisation sieht darin einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer dezentralen Stromversorgung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger.
„Zwar wäre die Gründung eines Regionalwerks gemeinsam mit den Nachbarkommunen aus unserer Sicht die beste Lösung gewesen, der Mehrheitskauf stellt für uns jedoch einen durchaus akzeptablen Kompromiss dar“, sagt Marcus Lenz, Sprecher der Grünen Jugend. „Der Netzkauf ist eine begrüßenswerte Zukunftsinvestition der Gemeinde; sie erhält dadurch den für die Energiewende nötigen Gestaltungsspielraum und kann auf technische Fortschritte selbständig und unabhängig reagieren“, so Lenz.
„Wichtig ist für uns, dass das Stromnetz zukünftig von einem regional verbundenen Partner gewartet und betrieben wird. Eine Kooperation mit einem Konzern, wie der EnBW oder der Süwag, stellt für uns keine merkliche Verbesserung gegenüber der bisherigen Situation mit der Süwag als Netzeignerin dar“, findet Lea Krug, Sprecherin der Grünen Jugend. „Auch ein Kauf über den NEV ist für uns letztlich keine Alternative, da hier ebenfalls Konzerninteressen im Vordergrund stehen.“
„Die Energiewende und die damit einhergehende Umstellung der Netze auf eine dezentrale Energieversorgung sind eine große und wichtige Herausforderung der Stunde. Wir sehen diese Aufgabe bei einer Kooperation mit benachbarten Stadtwerken wie Winnenden oder Backnang in den besten Händen“, erklärt Timo Rapp, Initiator des grünen Stammtisches in Leutenbach.
Die Grüne Jugend hatte die Stromnetzdiskussion beim ersten grünen Stammtisch im Juni 2010 auf die Agenda gebracht. Ein Pressebericht darüber hatte daraufhin die Debatte über das Thema angestoßen. Die Jugendorganisation blickt nun erwartungsvoll auf die Präsentation des Netzpartners im Juni.